Fiesta de Machos

Jeden Sommer werden in verschiedenen Orten Galiciens die Wildpferde, die frei in den Bergen leben, zusammengetrieben und in einem Korral (Curro) zusammengepfercht, um die Fohlen zu markieren und den erwachsenen Tieren die Mähne und den Schwanz zu stutzen. Dieses Ritual, A Rapa das Bestas (das Scheren der Bestien), vollziehen die jungen Männer der Ortsgemeinschaft mit den blossen Händen. Ohne Stricke werden zuerst die Fohlen herausgezogen und dann die anderen auserwählten Tiere gefangen und förmlich niedergerungen. Man spürt, dass es für die Teilnehmer ein sehr erregendes Erlebnis ist, ihre Kraft und Mut vor den Zuschauern zu beweisen.

rapa das bestas
Die Männer halten sich mit den blossen Händen in den Mähnen fest.

Für die Pferde bedeutet es Angst und Stress. Deshalb gibt es Tierschützer, die diese Prozedur ablehnen, obwohl die Vierbeiner keinen physischen Schaden leiden. Das Fest, das mehrere Tage dauern kann, da meistens die Zahl der Pferde für einen Durchgang zu gross ist, zieht viele Menschen an. Es wird drumherum kampiert, Sattelschlepper ziehen Bühnenvorrichtungen für Musikveranstaltungen auf die Wiesen und in Festzelten wird geröstetes Fleisch und Pulpo a Feira (Oktopos auf galicische Art) angeboten. Wenn die Pferde nach ein paar Stunden, die eine Rapa dauertwieder freigelassen werden, wartet die Herde geduldig, die Stuten zum Gatter gewandt, bis auch die Fohlen sich mit ihr vereinigt. Dann ziehen sie sich beruhigt in die Berge zurück.

 

Veröffentlicht von

Michael Kopa

1954 in Hamburg geboren arbeite ich seit über 20 Jahre als Bildjournalist in Galicien.

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