Lamprea a la bordalesa

Schlemmen wie die alten Römer

In Arbo, einer Gemeinde von 4000 Einwohnern am Ufer des Flusses Miño, pflegt man nicht nur die traditionelle Fangmethode des Neunauges, sondern auch seine Verwandlung in ein kulinarisches Ereignis.

Luisa ist Köchin einer der zahlreichen Restaurante, die bis Ende Mai Neunaugengerichte (Lampreten nannte man diese in Deutschland) anbietet. Sie bereitet „Lamprea a la Bordalesa“ zu, das beliebteste und wohl schmackhafteste Rezept. Das Neunauge wird in seinem eigenen Blut mit Rotwein vermischt und mit gehackten Zwiebeln, Knoblauch und Petersilie in einem Steintopf gegart. Dazu gibt es weissen Reis und geröstetes Weissbrot. Es ist offensichtlich, dass für diese Zubereitung die Lamprete lebend in die Küche kommen muss und man das Stück nur im ganzen garen kann. Auf die Frage, wie es möglich ist, dass einige Restaurants in Galicien ¨Lamprea a la bordalesa¨in Rationen servieren, ist die Antwort der Köchin klar: die geben dir Reste. Man sollte also vorher seine Lampreta (reicht für 4 Personen) bestellen und pünktlich sein, um das Gericht in seiner besten Form zu genießen. Ausnahme sind am Anfang Mai die Tage der  „Festa da Lamprea“, das Lampretenfest. Besucher aus Galicien, Portugal und dem Rest Spaniens füllen die Restaurante in Arbo, und keine Vorbestellung ist notwendig. Wenn man es ruhiger will, kann man diesen Schmaus an einem beliebigen Tag von Februar bis Mai genießen.

Eine Alternative sind geräucherte Neunaugen. Das Räuchern ist die traditionelle Weise, sie für den Rest des  Jahres zu konservieren. Man kann sie so auf den Grill legen oder wie Luisa, mit Nudeln und Gemüse in einem Eintopf garen.

Veröffentlicht von

Michael Kopa

1954 in Hamburg geboren arbeite ich seit über 20 Jahre als Bildjournalist in Galicien.

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