O Grove, ein Seeort mit Extras

Pescanatur
Benjamin und Laura, umringt von der Besatzung des Vendaval
Pescanatur
Die Fremdenführerin von Pescanatur zeigt den Touristen einen Sack mit frischen Muscheln.

Wenn der Fischer Francisco Iglesias am frühen Nachmittag nach fast 10 Stunden Arbeit sein Boot Vendaval (Sturmwind) an der Kaimauer anlegt, bleibt ihm neben dem Ausladen des Fangs noch eine besondere Aufgabe. Er muss den zwei jungen Touristen, die ihn seit 5 Uhr morgens begleiten, ihr Schifferdiplom aushändigen. Laura und Benjamin, ein deutsch-französisches Paar, das in Paris lebt, nehmen die Auszeichnung dankend an. Für 40 Euros pro Person haben sie ein kleines aber exklusives Abenteuer erlebt: einen Tag mit Fischern auf dem Meer. Die Vereinigung der Fischer des Seeortes O Grove bietet schon seit Jahren unter der Marke Pescanatur diesen Dienst an. Für Paco, wie Francisco von seinen Kollegen genannt wird, geht es nicht nur ums Geld. Als Vorsitzender des Berufsverbandes sieht er sich verpflichtet, die Arbeit und die Probleme seiner Zunft so weit wie möglich bekannt zu machen. Die Küstenfischer machen in Galicien 3% der aktiven Bevölkerung aus (zum Vergleich: der Durchschnitt in der Europäischen Gemeinschaft ist 0,2%) und, obwohl alle Experten sich einig sind, dass diese Art des Fischfanges die einzig sinnvolle ist, sehen viele ihre Zukunft bedroht, weil die Kosten immer höher werden und die Fänge immer geringer.

Aber Pescanatur hat  für Besucher, die etwas über das Leben der galicischen Küstenbewohner wissen wollen, noch mehr anzubieten. Man kann unter Führung bei Ebbe über das Watt spazieren und den Muschelsammlern bei ihrer Tätigkeit zusehen. Und während die Reisebegleiterin über die Arbeit und die Arten der Schalentiere Auskunft gibt, ist es auch möglich, selbst ein bisschen im Sand nach Muscheln zu buddeln, was vor allem den Kindern viel Spass macht. (www.pescanatur.es)

 

Hablar español

Escuela Internacional de Lenguas
Martin, ein junger Elektrotechniker aus Dresden lernt spanisch weil er in Deutschland sich mit einer galicischen Erasmus-Studentin befreundete.
Escuela internacional de Lenguas
Martin am Tisch der Wohngemeinschaft, die er mit spanischen Studenten teilt.

Eine ganz andere Art einen Bildungsurlaub in O Grove zu verbringen, ist es, in der Escuela Internacional de Lenguas zu studieren. Diese kokette Schule, die sich in einem traditionellen Gebäude aus Naturstein im Zentrum des Ortes befindet, wird von dem Deutschen Rüdiger Unruh und seiner galicischen Frau Ana geleitet. Hier kann man in kleinen Gruppen Spanisch mit einheimischen Lehrern lernen. Die Unterbringung erfolgt in Gemeinschaftswohnungen, was den Aufenthalt sehr günstig macht. Da gleichzeitig viele Spanier Deutsch oder Englisch studieren, ist es die Regel, dass man als einziger Deutscher unter Spaniern lebt. So ist man gezwungen, nachmittags zu praktizieren, was man am Morgen gelernt hat. (www.rias-bajas.com)

Veröffentlicht von

Michael Kopa

1954 in Hamburg geboren arbeite ich seit über 20 Jahre als Bildjournalist in Galicien.

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